Dienstag, 9. Februar 2016

Nicht geahnt

Der kleiner Kerl ist hier, damit er der Kleinen hilft.


Vorgestellt habe ich mir etwas ganz spezielles, ein Tier, dass hilft, wenn man ihm einen Befehlt gibt, dass er mal den Stift auf hebt, oder einen herunter gefallenen Fahrschein... - so etwas.
Ich bin mit Tieren aufgewachsen - mit Hühnern, Enten, einem Wellensittich, den ich selbst gezähmt habe. ;) Da dies alles selbstverständlich war, ist mir nie bewusst gewesen, was diese Tiere für mich bedeutet haben. In Reflektion war es leider immer Arbeit, ein Bruch im Spiel mit Freunden, die keine Tiere hatten und auch kein Interesse an meinen Aufgaben...
Vor einigen Tag fiel mir auf, dass die Lütte nicht nur langsam aber stetig nach vorne strebt. Ihre Matheschwäche hat sich langsam verwachsen, die Sprache wird immer besser, langsam wird sie sauber, sie versucht auch immer wieder, alleine zu stehen... Ganz wesentlich für uns zu lernen war, dass ein Kind mit Handicap vor und während der Entwicklungsschübe so extreme "Rückschritte" hat, normalerweise - das hat uns immer sehr mitgenommen...
Seit nunmehr einem Jahr, seitdem hat sie sich mit Hund hier eingelebt, gibt es diese Einschnitte nicht mehr! Wie auch immer das passiert, ich habe meine Beobachtungen die letzten Tage lesend bestätigt bekommen - es ist wissenschaftlich erwiesen, dass dies so genau richtig ist und daher muss ein Tier eigentlich wirklich keine strenge Ausbildung durch machen, die pure Anwesenheit ist absolut ausreichend, um einem Menschen mit Handicap ein Weg in ein selbstständigeres Leben zu ebnen!

Ich bin ziemlich perplex aber gleich noch einmal mehr glücklich, dass wir uns diesen Wuschel geholt haben!

Samstag, 16. Januar 2016

Silvester

Ich reiche mal nach, den Beitrag, um den mich so ziemlich jeder Hundebesitzer beneiden wird.
Mein Hund ist cool, Silvester betreffend...

Natürlich wird er verwöhnt, von daher sitzt er uns zu Füßen und möchte "MEHR!"





"Ach komm, da geht NOCH MEHR!"


"Man Ey, alle dürfen raus, nur ich muss mit IHR hier bleiben!"
(Ich habe ihm im letzten Jahr gezeigt, wie unschön es draußen ist und wollte es in diesem Jahr trotz der eingeschnappten Schnute nicht wieder probieren. ;))


"Na gut, wenn hier nichts mehr passiert, leg ich mich mal schlafen!"

Montag, 7. Dezember 2015

Eineinhalb Jahre

Der Stichtag ist schon ein paar Tage her, aber so alt ist nun der Hund.

Mittlerweile musste ich die Betrachtungsweise komplett ändern. Hier erzieht nicht der Mensch den Hund, nein, der Hund leitet den Menschen an, sich sozial zu verbessern.
Gerade eben habe ich gelernt, dass Nichtbeachtung eines Hundes aufzeigt, dass man ihn respektiert. Dies wiederum bedeutet, dass ein Leithund alle seine Rudelmitglieder respektiert, weil er sie nicht beachtet. Funktioniert im Rudel aber super, weil keiner der Hunde möchte "nutzlos" sein. Also sucht er sich eine Position, die ihm gut liegt und mit der er den besten Beitrag für sein Rudel leisten kann. Fühlt sich dabei jemand übertreten, weil er glaubte, dass das seine Aufgabe war, kann er sich da zwar beschweren, aber grundsätzlich bedeutet es nur, dass er diese Aufgabe nicht gut genug ausgefüllt hat. Er hat also grundsätzlich etwas "anderes" gemacht. Bei genug Freifläche, guter Fütterung ist hier eine Aufgabe protestlos weitergegeben worden. Gibt es Streit, zieht sich der Klügere zurück und sucht sich eine neue Position. Sind Spannungen im Rudel, schreitet der Leithund ein, aber nur dann.

Switchen wir mal das Ganze ins Menschenleben, müsste es ja bedeuten, dass jemand in einer Firma arbeiten möchte und die Firma sich sicher ist, dass sie zu wenige Arbeitskräfte hat, er also dort problemlos dazukommen kann. Dieser neue Mitarbeiter läuft durch alle Abteilungen, um im Prozess zu lernen, worum es bei der Aufgabe in der Firma geht. Er durchläuft alle Stationen und findet selbstständig eine Lücke, die er mit seiner Kompetenz ausfüllen kann. Der Mitarbeiter, der eigentlich dachte, das ihm diese Aufgabe läge, ist froh, dass er jemanden hat, der ihm dieses "zu viel" ab nimmt und arbeitet konzentriert dort weiter, wo er sich hineingebissen hat. Der Betriebsleiter hat selbst nur die "Lücke im System" erkannt, das richtige Gespür für die Situation bewiesen und seinen Mitarbeitern das vollste Vertrauen zukommen lassen, dass sie bereit sein würden, kompetente Hilfe in ihrem Arbeitsprozess so anzunehmen, wie es kommt.

Kann sich das jemand vor stellen?
Nein!
Und deswegen muss man so tun, als würden Hunde zu Therapiezwecken ausgebildet werden müssen! Sie müssen nicht. Sie müssen nur trainiert werden, selbstständig in gewohnten Situationen trotz falscher sozialer Verhaltensweisen zu funktionieren, als würden sie in einem "normalem sozialem Umfeld" agieren dürfen.

Ich glaube, wir müssen viel neu lernen und der Satz: "Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht." hat weitaus mehr Bedeutung, als ich vor meinem Hund begreifen konnte.

Donnerstag, 17. September 2015

Rhodesian Ridgeback

Der Name fiel neulich bei eienr Freundin am Grill aus der anfänglichen Eisenzeit. Bis dato hatte ich keine Ahnung, was das für ein Hund sein könnte, seit gestern WISSEN wir das! ;) Wobei natürlich das Erlebnis meiner Unbedachtheit geschuldet ist und das kam so...

Klein Spitzchen hat seinen offenen Tag, aber eigentlich keine Lust, außerhalb der Laufgebiete läufiger Hündinnen "durch die Gegend zu rennen". Mir egal. Am Zaun bellt ein kleiner Nordfolk Terrier, wir gehen "Hallo" sagen - Pico ist ja vorsichtig. Zurück auf der anderen Straßenseite, kommt auf der gerade verlassenen Seite ein Mann mit einem GROßEN Hund daher, klein Spitzchen im Kennenlernrausch - vielleicht meint er ja auch, dass eine Hündin da kommt? ;) Jedenfalls wechseln wir zurück auf die falsche Straßenseite und jetzt sehe ich, der SEHR GROßE Hund ist nicht angeleint, ok... Abwarten. Mein Hund sieht die angespannte Haltung des auf uns zukommenden SEHR SEHR GROßEN Hundes und er zuckt - ich hätte auch zucken sollen und schleunigst die andere Straßenseite MIT dem Hund aufsuchen - tat ich aber nicht und eigentlich war die Frage des Halters "Rüde?", das leichte Anlaufen des Hundes, sein Beißen, das unterwürfige Quietschen meines Hundes, mein schneller Blick auf die Straße und das Loslassen der Leine, das mehr Kullern als Rennen meines Hundes AUS der Reichweite der großen Hundes eine gefühlte Sekunde - endlos lang!

Warum war das passiert? Dumdidum...
Der Rhodesian Ridgeback wohnte genau dort, wo wir gewartet haben und gefühlt ist im Moment im gleich nebenan befindlichen Laufrevier JEDE Hündin läufig und da kann natürlich ein großer stolzer sehr potenter Rhodesian Ridgeback, keinem kleinen Spitz, der dank eingekringeltem Schwanz definitiv IMMER am Rangniedrigsten ist, nicht auch nur ansatzweise mit irgendeiner Markierung seiner Duftstoffe, in seinem Revier belassen. 

Jaja, der Halter von dem Rhodesian Ridgeback hätte das auch wissen müssen, aber der hat bestimmt einen Tag lang an meinem Satz: "Ich weiß ja, wo Sie wohnen!" zu knabbern gehabt. ;)

Dienstag, 4. August 2015

Indiana Jones

 'Nein, hier geh ich auf gar keinen Fall lang!'


'Ok, wenn ich schon mal hier bin, versuch ich es noch einmal...'




'...ganz ganz vorsichtig...'




'...wenn ich die Tatzen nur AUF die Bretter setze...'




'...könnte es möglich sein, dass ich nicht im Wasser unter uns ertrinken muss!'






Wir sind da insgesamt viermal drüber und leider habe ich vom Endergebnis kein Video gedreht, aber er sah damit wirklich aus wie 'Indiana Jones' - sehr sehr cool, weil keine Schlangen da waren.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Wachhund

Ich musste heute zur Schule der Kleinen, hatte die Schwimmsachen vergessen. Kurz vor der Schule erst habe ich mir Gedanken über die Verfassung des Hundes gemacht, wenn ich in der Schule verschwinde. Zum Glück kam ich beim Anbinden auf die Idee, dem Hund eine rassetypische Aufgabe zu geben und stellte seine Leckerli-Dose mit da hin.





Das hat super geklappt - guter Wachhund!

Samstag, 20. Juni 2015

Die Ausbildung zu einer Führungspersönlichkeit...

...kostet bestimmt einiges an Geld, ich habe das mit Hund inklusive.

Vorgestern begegneten wir einem Höckerschwanenpaar, dem ich aber schon von Weitem an sah, dass sie ohne Nachwuchs sind. (Hatte ich sowieso während des Brutvogelmonitorings schon erkannt.) Trotzdem war der Schwanenmann sehr am Zischen. Eine Situation, die der kleine Hund nicht kannte und daher der Meinung, war, dass man auf das Abbruchsignal nicht hören muss. Vielleicht habe ich es aber auch zu spät gegeben.


Also beäugte er erst einmal dieses weiße "Dingens", was ihn anzischte und "schlich" sich mal langsam an die Situation heran - "schlich" im Sinne von Jungsspitz schleicht. ;)


Jetzt befand auch die Schwanendame, dass der Hund zu nahe sei und verstärkte die Frontenlage. Der Wachhund ging auf "Verteidigung" und setzte seine Stimme mit ein.


Die Schwäne befanden nun, dass sie beide auf die Seite kommen müssen, auf der der Spitz sich auf hält und beide sich noch einmal vergrößern mussten, also beide die Flügel anhoben.


Auch der kleine Spitz hatte alle Haare, die ihm zur Verfügung standen aufgestellt, der Größe der Schwäne konnte er dabei aber nicht gerecht werden.

Hier befand ich, dass eine Extremsituation aufgebaut war, aus der beide Fronten nicht mehr heraus kommen können. Wertfrei, ohne irgendwen der beiden Parteien direkt anzusprechen, bin ich in die Frontlinie getreten, habe dem Schwanenpaar den Rücken zugedreht und den Hund mit der Hand aus der Situation dirigiert.

Hinterher fiel mir dann auf, dass es so vermutlich auch in Führungspositionen sein müsste. Man lässt eine Situation rollen, verlässt sich auf das KnowHow und die Empathie der entsprechenden Mitarbeiter, Kunden etc. pp. und erst in dem Moment, in dem alle Parteien nicht mehr in der Lage sind, die Lage selbst zu regeln, leitet man die Partei, die am Besten führbar ist, aus der Situation heraus, ohne hinterher irgendwem die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Dazu braucht es natürlich viel Feingefühl, aber vor allen Dingen einen freien Kopf, was den Spruch: "Wer führen will, sei frei von Arbeit." absolut belegt.

Immerhin weiß ich jetzt, was ich in der Vergangenheit nicht wissen konnte - danke Pico!